Das Hauptproblem bei solchen Internetanfragen ist oft die ungenaue Beschreibung der Behinderung. "Streckung" oder vielleicht doch "Spreizung" D2/3 also Zeige/Mittelfinger (allgemein auch in Medizin übliche Zählweise) oder Mittelfinger/Ringfinger ("Gitarristen-Zählweise")
Nehmen wir an, es geht um eine Beeinträchtigung der Abspreizbewegung (Abduktion) zwischen D2/3. Ferner wird angenommen, dass keine andere, offensichtliche Ursache (verletzungsbedingt, erkrankungsbedingt, Fehlbildung) besteht. Die nächste Frage wäre dann: Können die Finger 2/3, 3/4, 4/5 auch bei voller Grundgelenkstreckung nicht gespreizt werden? Denn dann läge eine motorische (Sehnen, Muskel) Ursache vor. Die aber wahrscheinlichste Ursache dieser "Beeinträchtigung" ist möglicherweise eine ganz normale, anatomische. Denn es gilt allgemein, dass mit zunehmender Beugestellung der Fingergrundgelenke die Seitwärtsbewegung ("Spreizung", Abduktion) dieser Gelenke anatomisch zunehmend beschränkt ist. Der Grund liegt darin, dass die ->Kollateralbänder der Grundgelenke nicht mittig an den ->Metakarpalköpfchen ansetzen. Bei voller 90° Beugung der Grundgelenke ist normalerweise überhaupt keine Fingerspreizung möglich. Muskeln welche die Fingerspreizung bewerkstelligen können diese Fixierung auch mit Übung nicht überwinden! Je mehr die Gelenke gestreckt werden, desto besser gelingt sie aber. D.h. für eine weite Spreizung der Finger z.B. vom 1. Bis 4. Bund müssen die GG deutlich gestreckt werden bzw. die Hohlhand seitlich vom Griffbrett etwas weg geführt werden. (Die häufige praktische Alternative ist ein schräger "Geigengriff".)